This page is only available in German.

Filmreihe im Sommersemester 2026 Kunst und Populärkultur im Film

Seit Anbeginn des Films werden Figuren, Motive und Stoffe der Kunst und Literatur im Kino aufgegriffen, dort auf zuweilen innovative Weise miteinander kombiniert und so mit neuen Bedeutungen versehen bzw. popularisiert. Die im Rahmen der Filmreihe „Kunst und Populärkultur im Film“ gezeigten Werke geben einen Einblick in das dabei mögliche Spektrum an Filmgenres und filmischen Transformationen.

Anhand der gezeigten Werke wird deutlich, wie im Film künstlerische Bildsprachen, Themen und avantgardistische Techniken mit massenwirksamen Formen, Symbolen und Erzählweisen verknüpft werden können. Zugleich prägt der Film als Medium selbst die Populärkultur, indem er deren Ikonen bestätigt, neue schafft und künstlerische Ideen einem breiten Publikum über nationalsprachliche Grenzen hinweg zugänglich macht.

Poster der Filmreihe Kunst und Populärkultur im Film

Gabriele Mainettis italienischer SciFi-Film „Sie nannten ihn Jeeg Robot“ von 2025 eröffnet die Reihe mit einer ungewöhnlichen Interpretation des Superheldenmythos. Die durch Comic, Fernsehen und Film vermittelte internationale Pop(ulär)kultur wird hier zur Vergegenwärtigung gesellschaftlicher Sehnsüchte wie Abgründe genutzt, während der Film zugleich die Frage stellt, was einen Helden in der heutigen Zeit ausmacht.
Christian Petzolds Film „Transit“ von 2018 verschmilzt die 1940er Jahre der Romanvorlage von Anna Seghers mit dem gegenwärtigen Marseille. Entstanden ist damit eine transhistorische Reflexionsebene, die universelle Fluchterfahrungen in den Diskurs der Populärkultur einschreibt, indem eine kritische Metaebene zur medialen Repräsentation von Migration und Exil in der zeitgenössischen Bildkultur etabliert wird.
Mit Julie Taymors transkontinentalem Biopic „Frida“ von 2002 folgt die Interpretation einer der ikonischsten und populärsten Malerinnen des 20. Jahrhunderts. Indem Frida Kahlos Werke dabei mit ihrer Biografie verknüpft und als erzählerisches Mittel eingesetzt werden, um das Innenleben der Künstlerin zu visualisieren, verbindet der Film über eindrucksvolle Bilder Aspekte der Realität mit solchen der Surrealität.
Miloš Formans amerikanisches Filmdrama „Amadeus“ von 1984 führt indes in die musikalische Sphäre und erzählt in Form der Adaption einer Theatervorlage mit dem Leben Mozarts von einem der populärsten aller Komponisten. Klassische Musik wird hier als die Pop(ulär)kultur ihrer Zeit aufgefasst und der Film zeigt zugleich, wie künstlerische Inspiration, Rivalität und gesellschaftliche Konflikte einander bedingen können.

Populärkultur selbst kann dabei regionale oder nationale Identität widerspiegeln. Unter diesem Aspekt lassen sich auch die einzelnen Themen und Motive der Filme verstehen, die auf je verschiedene Weise von Zugehörigkeit und Verortung handeln: „Transit“ erzählt explizit von Fluchterfahrungen und Verlust der Heimat. „Sie nannten ihn Jeeg Robot“ hingegen ist ein Versuch, das Genre des Superheldenfilms im Kontext populärer italienischer wie globaler Formate zu verankern. Selbst Kunst- oder Musik-Ikonen wie „Frida“ oder Wolfgang Amadeus Mozart sind hier als prägnante Beispiele für Spannungsfelder zwischen Nationalem und Globalem zu betrachten.

Eine Kooperation des Instituts für Europäische Kunstgeschichte und des Romanischen Seminars der Universität Heidelberg mit dem Gloria – Filmkunsttheater Heidelberg.

Konzeption und Organisation
Henry Keazor, Alexandra Vinzenz und Daniel Winkler

Tickets
11 € regulär · 9 € ermäßigt · 8 € für Studierende (ggf. Zuschlag bei Überlänge)

Eine Veranstaltung des SFB-Teilprojekts C04 „Visuelle Chiffren von Heimat in Bildender Kunst, Literatur und Film“.

Tickets