Interessantes, Spannendes und Kurioses aus der Fotothek Unbekannter Fotograf, Peter Vischer, Sebaldusgrab, Nürnberg, Aufn. um 1870
Die Fotografie zeigt einen Ausschnitt des Sebaldusgrabes von Peter Vischer aus den Jahren 1508-1519 in der Nürnberger Sebalduskirche. Das Relief zeigt die Szene „Blindenheilung“ aus dem Leben des Heiligen Sebaldus und befindet sich an der Nordseite der Sockelzone.
Neben dem Bild ist die Rückseite des Fotokartons interessant, die insgesamt drei verschiedene Stempel aufweist. Sie dokumentieren nicht nur die Biographie des Fotoobjektes und seine Reise durch verschiedene Orte und Zeiten, sondern sie gibt auch Auskunft über die Sammlungsgeschichte der Fotothek und nicht zuletzt über die Historie des Kunsthistorischen Institutes. Der älteste Stempel ist derjenige des Archäologischen Institutes an der Universität Heidelberg („Archaeol. Institut/ der Univ./Heidelberg“). Ein Blick in das Kassenbuch das Institutes verrät, dass die Fotografie im Jahr 1879 angeschafft wurde. Einige Jahre später, im Jahr 1888, wurde innerhalb des Instituts für Klassische Archäologie die „Abteilung für neuere Kunstgeschichte“ eingeführt. Die Fotografie des Sebaldusgrabes wurde daraufhin eben dieser Abteilung eingegliedert, worauf der zweiälteste Stempel „Archaeol. Institut der Univ./Heidelberg/Abteilung für neuere Kunst“ verweist. 1916 wurde diese Abteilung abgetrennt und das Kunsthistorische Institut gegründet. Der Sammlungsbestand des Institutes für Klassischen Archäologie wurde in diesem Zuge auf beide Institute verteilt. Darauf verweist der jüngste Stempel des Kunsthistorischen Institutes („Kunsthistorisches Institut der Universität/Heidelberg“).
Liane Wilhelmus, Dezember 2019

