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Interessantes, Spannendes und Kurioses aus der Fotothek Wilhelm Kratt, Klosterkirche Birnau, um 1910–30

Die Fotografie der Klosterkirche Birnau gehört zu einem Konvolut von 13 Fotografien, die Innen- und Außenaufnahmen sowie die Ausstattung der Kirche zeigen. Rückseitig tragen die Fotokartons den Stempel „Stiftung/Dr. Emil Lacroix“. Emil Lacroix (1905–1965) war ein promovierter Kunsthistoriker, der ab 1935 im Karlsruher Landesdenkmalamt tätig war und 1949 dessen Leitung übernahm. Seit 1951/52 hatte er einen Lehrauftrag an der Universität Heidelberg für Technologie der bildenden Künste und Denkmalpflege inne und wurde zehn Jahre später zum Honorarprofessor ernannt. Eine vorderseitige Einprägung in der linken oder rechten Ecke der Aufnahmen verrät den Fotografen der Bilder: „W. Kratt“. Der Fotograf Wilhelm Kratt (1869–1949) aus Karlsruhe hatte sich nach einer Schauspieltätigkeit fotografisch bei Conrad Ruf (1840–1922) in Freiburg ausbilden lassen und übernahm im Anschluss das Atelier des Fotografen Heinrich Schuler (1859–1898) in Heilbronn. Kratt spezialisierte sich auf die Dokumentation von Kunstdenkmälern, vor allem Architektur. Dass er neben fotografischen Vorlesungen auch kunstgeschichtliche Veranstaltungen bei dem Kunsthistoriker Wilhelm Lübke (1826–1893), vermutlich an der Technischen Hochschule in Karlsruhe, besucht hatte, ist der Systematik und Ästhetik des Konvoluts in der kunsthistorischen Fotothek anzumerken. So ist in Lacroix‘ Nachruf zu Wilhelm Kratts Tod, erschienen in der Zeitschrift Das Münster (1949), geschrieben, dass Kratt „mit seinen Aufnahmen einwandfrei wissenschaftliches Studienmaterial [lieferte], das der kunsthistorischen Forschung diente.“

Liane Wilhelmus, Februar 2020

Bild der Klosterkirche Birnau
Rückseite des Passpartouts des Fotos mit Bild der Klosterkirche Birnau