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Interessantes, Spannendes und Kurioses aus der Fotothek Mauri, Achille: Castello di Baja, um 1870

„Nachlaß Struckmann“ steht handschriftlich auf 22 Fotografien, deren Bildmotive ausschließlich Ansichten berühmter Kulturstätten und Denkmäler unter anderem aus Rom, Neapel und Sorrent zeigen. Von dem neapolitanischen Fotografen Achille Mauri (1806–1883) findet sich eine Ansicht des Castello von Baja in der Sammlung. Die Fotografien erscheinen wie Souvenirs einer Reise durch Mittel- und Süditalien. Gerade im 19. Jahrhundert führten Bildungsreisen, die sogenannte Grand Tour, das gehobene Bürgertum unter anderem nach Italien. „Struckmann“ schien eine ebensolche Reise absolviert zu haben. Nach Recherchen in Heidelberger Archiven führte der Weg bis nach Hildesheim: Der spätere Hildesheimer Oberbürgermeister Gustav Struckmann (1837–1919), ehemaliger Student der Rechtswissenschaften an der Universität Heidelberg (1856–57), begab sich während seiner Referendar-Zeit 1862 auf Italienreise. Bereits im Elternhaus hatte er sich an der Kupferstichsammlung seines Vaters mit Abbildungen bedeutender Denkmäler Italiens geschult, die dieser 1819 von seiner Reise dorthin mitgebracht hatte. Zur Vorbereitung studierte Struckmann die bekannten Reiseführer seiner Zeit, die mit Routen, Tipps und Tricks ausgestattet, das Reisen erleichterten. In den frühen 1860er Jahren führte ihn sein Weg über Frankreich nach Genua, von dort nach Rom und in den Süden Italiens. 1899 und 1900 ging er erneut auf Italienreise. Nahezu beiläufig erwähnt er in seinen Lebenserinnerungen den Erwerb von Fotografien der Sehenswürdigkeiten, die ihm als Andenken an seine Reiseerlebnisse dienten.

Liane Wilhelmus, Mai 2021

Sepia Fotografie, im Vordergrund zwei Ruderboote mit Menschen dazwischen, im Hintergrund ein Geböude was aufragt