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Neuerscheinung Alexander der Große und sein Wunderpferd Bucephalus

Spätmittelalterliche Buchmaler gestalten eine Wesensverwandtschaft zwischen Mensch und Tier

von Lieselotte E. Saurma-Jeltsch

Das Wunderpferd Bucephalus, das redet, Ereignisse voraussieht, Tränen vergießt und über unglaubliche Kräfte verfügt, führt Alexander den Großen siegreich durch seine Erfolge. In der mittelalterlichen Ritterkultur sind enge Beziehungen zwischen Ross und Reiter selbstverständlich. Die Wesensverwandtschaft, das Spiel mit Grenzen und Verschmelzungen zwischen Mensch und Tier, wie es in der Alexander-Literatur geschildert wird, bedarf allerdings der Erklärung. Insbesondere in den spätmittelalterlichen Illustrationen, in denen Alexander der Große den Rezipienten als Vorbild, nicht selten sogar Urahn dient, muss diese ungewöhnliche Überblendung zweier Wesen mit mysteriöser Abkunft in vertraute kulturelle Muster eingebunden werden. Mit faszinierender Kreativität debattieren die Buchmaler im frühhumanistischen Augsburg und im höfischen Paris das Unerklärliche dieses Ausnahmepaars.

Heidelberg: arthistoricum.net, 2025

Lieselotte E. Saurma-Jeltsch, Professor Emerita, Institut für Europäische Kunstgeschichte, Universität Heidelberg. Der Schwerpunkt der Forschung liegt in der bildenden Kunst des Mittelalters, vornehmlich der Buchmalerei.  Serienproduktionen, ikonographische Varianz, Gestaltung des Fremden, des Unerklärlichen. 

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Alexander der Große und sein Wunderpferd Bucephalus