Vortragsreihe zur Ausstellung Druck mir ’ne Handschrift! „über die massen zierlich geschrieben“. Der Bamberger Psalter und seine Materialität im Wandel der Zeiten

  • Dienstag, 23. Juni 2026, 18:15 Uhr
  • IEK · R.001 · Seminarstraße 4 · 69117 Heidelberg
    • Prof. Dr. Bettina Wagner, Staatsbibliothek Bamberg

Der Bamberger Psalter zählt zu den bedeutendsten Werken der süddeutschen Buchkunst des ausgehenden Hochmittelalters. Vermutlich wurde die Handschrift um 1230 in Regensburg für eine adlige Dame aus der Familie der Grafen von Hirschberg geschaffen, die im Raum Eichstätt ansässig und begütert waren. Der reiche Buchschmuck umfasst 15 ganzseitige Miniaturen, die das Leben und Wirken Christi ins Bild setzen und stellen auf diese Weise eine Verbindung der alttestamentlichen Psalmen zur Heilsgeschichte des Neuen Testaments her. Die Ausstattung war das Gemeinschaftswerk von zwei Künstlern, die in unterschiedlichen Traditionen standen. Eine große Rarität ist der zeitgenössische Hornplatteneinband: Durchscheinende Platten aus dünnem Horn schützen die bemalten Pergamentblätter auf den Buchdeckeln. Eine Restaurierung in den 1970er-Jahren erbrachte vielfältige Erkenntnisse zur Materialität des Codex, in die immer wieder Eingriffe vorgenommen wurden. Bei der Faksimilierung der Handschrift stellte die Imitation des Einbands eine besondere Herausforderung dar. Dabei sind auch grundsätzliche Fragen zum Verhältnis von Original und Reproduktion aufzuwerfen.

Druck mir ’ne Handschrift! Facsimilia des Instituts für Europäische Kunstgeschichte
  • Adresse

    Institut für Europäische Kunstgeschichte
    Graimberg-Raum R.001
    Seminarstraße 4
    69117 Heidelberg

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